Mediensucht
ON/OFF: Ist Ihr Kind immer öfter online – und im Alltag kaum mehr präsent?
Digitale Medien gehören heute zum täglichen Leben. Doch sie können auch zur Belastung werden. Spiele, soziale Netzwerke oder Streamingdienste sind so gestaltet, dass wir viel Zeit mit ihnen verbringen. Sie sorgen für Glücksgefühle, die uns süchtig machen können.
Wenn Schule, Arbeit oder soziale Kontakte darunter leiden, kann das ein Hinweis auf eine problematische Mediennutzung sein.
Die Sozialen Dienste Sarganserland setzen sich mit der Kampagne «ON/OFF» für die Sensibilisierung zum Thema Mediensucht – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – ein. Wir bieten kostenlose, diskrete und unkomplizierte Unterstützung für Betroffene und Angehörige.
Auf dieser Seite finden Sie:
• Antworten auf häufig gestellte Fragen
• Einen Check zur Einschätzung der Mediennutzung
• Merkblätter mit konkreten Tipps & Links
• Unser Team mit Telefonnummer und E-Mail
Kontaktieren Sie uns jetzt für eine kostenlose, diskrete und unkomplizierte Unterstützung.
Häufig gestellte Fragen
Wir möchten darauf hinweisen, dass was für die einen normal wirkt, für andere als Problem wahrgenommen wird. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie immer eine Fachstelle.
Was ist Mediensucht?
Medien sind Kanäle, über die Informationen und Inhalte vermittelt werden. Neben klassischen Medien wie Zeitung, Radio oder TV gibt es heute eine Vielzahl digitaler Angebote, die jederzeit verfügbar sind.
Wir unterscheiden vier Hauptbereiche digitaler Medien:
- Gamen (z.B. Computer-, Handyspiele),
- Cybersexualität/-beziehung (z.B. Pornografie, OnlyFans),
- Social Media (z.B. Instagram, Snapchat, TikTok),
- Binge Content (z.B. Netflix, YouTube).
Klicken Sie auf ein Thema für mehr Informationen und Tipps dazu.
Digitale Medien halten unser Interesse aufrecht und sorgen für eine Ausschüttung von Glückshormonen. Das führt oft zu einem ständigen Verlangen: noch eine Folge, noch ein Match, noch ein Video, noch ein Scroll. Von Mediensucht spricht man, wenn die Nutzung digitaler Medien so stark wird, dass sie sich negativ auf andere Lebensbereiche auswirkt – etwa Beziehungen, Schule, Arbeit oder Schlaf.
Wann ist die Mediennutzung zu viel?
Phasen verstärkter Mediennutzung sind normal – zum Beispiel in den Ferien, bei Krankheit oder beim Start eines neuen Spiels.
Entscheidend ist, ob sich das Leben ausserhalb der Medien verändert:
• Werden Schule, Arbeit oder Freundschaften vernachlässigt?
• Nimmt die Nutzung stark zu?
• Fehlen Ausgleich und Erholung?
Wenn sich solche Anzeichen zeigen, sollte man genauer hinschauen. Eine starke Nutzung ist nicht automatisch eine Sucht – aber sie kann sich zu einer problematischen Nutzung entwickeln. (siehe nächste Frage)
Wann wird die Mediennutzung gefährlich?
Folgende Anzeichen können auf eine Mediensucht hindeuten. In diesen Fällen ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
• Die Gedanken kreisen ständig um das Medium
• Nutzung wird immer häufiger und länger
• Pausen einzulegen oder aufzuhören fällt schwer
• Leistungen in Schule oder Beruf verschlechtern sich
• Reizbarkeit, Nervosität oder Unruhe ohne Zugang zum Medium
• Nutzung trotz negativer Folgen wird fortgeführt
• Andere Interessen gehen verloren
• Täuschung oder Lügen über das Ausmass der Nutzung
• Das Medium ist die einzige Form der Stressbewältigung
• Wichtige Lebensaufgaben werden vernachlässigt (z. B. Abschlussprüfungen, Ausbildung, Arbeit)
Unser «Check Mediennutzung» kann helfen, die eigene Mediennutzung oder die Ihres Kindes besser einzuordnen. Er basiert auf wissenschaftlichen Kriterien (u. a. aus dem Buch Digital-Life Balance von Franz Eidenbenz) und wird auch von anderen Fachstellen genutzt. Die Auswertung liefert wertvolle Hinweise – ersetzt aber keine fachliche Diagnose.
Dabei ist wichtig zu beachten: Jede Person ist unterschiedlich, und auch die persönlichen Lebensumstände spielen eine Rolle.
Was können Betroffene tun?
Jede Veränderung braucht Zeit, Geduld und Motivation – besonders, wenn es um eine Abhängigkeit geht. Gefühle wie Scham, geringer Selbstwert oder Hoffnungslosigkeit begleiten viele Betroffene, helfen aber beim Verändern nicht weiter.
Sprechen Sie offen über die Situation. Der Austausch mit vertrauten Personen kann entlasten und neue Sichtweisen eröffnen.
Es ist bereits ein grosser Schritt, dass Sie sich informieren – das zeigt, dass ein Wunsch nach Veränderung da ist. Suchen Sie den Kontakt zu einer vertrauten Person, damit Sie diesen Weg nicht allein gehen müssen.
Hilfreich ist es, für einige Tage aufzuschreiben:
• wann und wie lange Medien genutzt werden,
• welche Inhalte konsumiert werden,
• und welche Gefühle dabei auftreten.
So werden Muster sichtbar. Kleine, realistische Schritte sind oft erfolgreicher als ein kompletter Verzicht.
Beachten Sie: Viele Medien haben eine soziale Bedeutung. Viele soziale Kontakte und damit verbundene Verpflichtungen sind mit dem Medium verknüpft. Wir empfehlen daher, eine stufenweise Reduktion der Kontakte, bis Sie den Konsum erreicht haben, den Sie nicht mehr als störend oder problematisch empfinden.
Was können Angehörige/Eltern tun?
Jede Veränderung braucht Zeit, Geduld und Motivation – besonders, wenn es um eine Abhängigkeit geht. Gefühle wie Scham, geringer Selbstwert oder Hoffnungslosigkeit begleiten viele Betroffene, helfen aber beim Verändern nicht weiter.
Sprechen Sie offen über die Situation. Der Austausch mit vertrauten Personen kann entlasten und neue Perspektiven eröffnen.
Angehörige und Eltern möchten unterstützen, wissen aber oft nicht genau, wie.
Einige Tipps:
• Grenzen setzen: Sprechen Sie offen und ruhig über Ihre Sorgen – ohne Vorwürfe.
• Gemeinsam Abmachungen treffen: Wann, wie lange und wofür dürfen Medien genutzt werden?
• Positiv bestärken: Hält sich Ihr Kind an Vereinbarungen, geben Sie ehrliches und wertschätzendes Lob.
• Gespräche suchen: Wenn Regeln nicht eingehalten werden, sprechen Sie darüber, warum es schwierig war, statt sofort zu bestrafen.
Wenn sich nichts verändert oder Gespräche unmöglich sind, holen Sie sich professionelle Unterstützung. Wir beraten Sie gerne – kostenlos, diskret und unkompliziert.
Vergessen Sie dabei nicht: Ihr eigenes Wohlbefinden ist wichtig. Nur wer selbst Kraft hat, kann andere gut unterstützen.
Für konkrete Hinweise zu einzelnen Medienarten empfehlen wir unsere Merkblätter zu Gamen, Cybersexualität, Social Media und Binge-Watching.
Wo gibt es Unterstützung?
Unsere Fachpersonen bieten kostenlose, diskrete und unkomplizierte Beratungsgespräche für Menschen im Sarganserland an. Wir sind spezialisiert auf problematische Mediennutzung und unterstützen sowohl Betroffene als auch Angehörige.
Wenn Sie ausserhalb des Sarganserlandes wohnen, oder den Schritt lieber online machen möchten, empfehlen wir folgende Angebote:
• Suchtindex.ch – Übersicht über Beratungsstellen in CH und FL
• SafeZone.ch – Anonyme Onlineberatung zu Suchtfragen
• Jugend und Medien – Informationen und Angebote zur Medienkompetenz
• zischtig.ch – Prävention und Beratung zu digitalen Medien
Wie läuft eine Beratung bei den Sozialen Diensten Sarganserland ab?
Nachdem Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktiert haben, schildern Sie unserer Sekretariatsmitarbeiterin Ihr Anliegen. Sie erhalten dann innerhalb weniger Tage einen ersten Termin bei einer Fachperson aus unserem Team. Dieser Termin kann auch online stattfinden. In einem unverbindlichen Gespräch lernen Sie die zuständige Fachperson persönlich kennen. Diese wird sich Zeit nehmen, Ihr Anliegen anzuhören und gemeinsam mit Ihnen nach passenden Lösungen suchen. Dabei entscheiden Sie stets gemeinsam über das weitere Vorgehen.
Bei Bedarf werden Sie an eine spezialisierte externe Stelle verwiesen.
Ist mein Anliegen bei euch sicher?
Unsere Fachberater:innen unterliegen der Schweigepflicht und behandeln alle vertraulichen Informationen diskret. Es werden keine Schritte unternommen, ohne Ihre Kenntnisnahme oder schriftliche Zustimmung.
Check Mediennutzung
Dieser kurze Check kann von Betroffenen oder Angehörigen ausgefüllt werden. Er hilft, den Medienkonsum besser einzuordnen. Der Check ist bewusst allgemein gehalten und ersetzt keine fachliche Abklärung oder Beratung.
Kontaktieren Sie uns unverbindlich.
Unser Sekretariatsteam nimmt Ihre persönlichen Anliegen entgegen und kann für Sie direkt einen ersten Termin mit einer Beratungsperson vereinbaren. Termine sind auch online möglich. Kontaktieren Sie uns jetzt.
Team
Unsere spezialisierten Fachpersonen zum Thema Mediensucht unterstützen Sie kostenlos, diskret und unkompliziert.
Karin Eisenhardt
Fachstellen Sucht und Soziales
erreichbar Di-Fr
karin.eisenhardt@sd-sargans.ch
+ Mehr Infos
- Seit 2025 bei den SDS
- Sozialarbeiterin BSc
- CAS Praxis Suchtberatung
- Fachkurs Praxisausbildung
Britta Christen
Fachstellen Sucht und Soziales
erreichbar Mo-Do
britta.christen@sd-sargans.ch
+ Mehr Infos
- Seit 2022 bei den SDS
- Diplom Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin FH
- Eidg. anerk. Psychotherapeutin
- Systemisch-lösungsorientierte Therapie und Beratung
Damian Caluori
Leitungsteam, Stellenleitung,
Fachstellen Soziales und Sucht
erreichbar Mo-Mi, Fr
damian.caluori@sd-sargans.ch
+ Mehr Infos
- Seit 2015 bei den SDS
- Sozialarbeiter BSc
- Mediator
- MSc Paar-/Familientherapie
- CAS Coaching
- CAS Praxisbegleitung
- CAS Qualitätsmanagement
- div. Führungsweiterbildungen